«Für die TBW steht die qualitativ hochstehende Versorgungs­sicherheit an erster Stelle.»
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Update Versorgungssicherheit Gas

Im Zusammenhang mit der Ukrainekrise und der erfolgten russischen Invasion stellt sich die Frage, ob die Gasversorgungssicherheit in der Schweiz gefährdet ist, dies vor allem aufgrund allfälliger Boykottmassnahmen gegen Russland bzw. wenn Russland im Gegenzug einen Gas-Lieferstopp beschliesst.

Die Schweiz ist sehr gut ins internationale Gasfernleitungsnetz eingebunden, was grundsätzlich eine gute Ausgangslage ist unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit. Die Schweiz verfügt auf der Transitleitung, die durch das Land verläuft, seit 2017 über Reverse-Flow. Das heisst, Gas kann nicht nur von Norden nach Süden, sondern auch in umgekehrter Richtung fliessen. Auch von Westen her ist die Schweiz gut eingebunden. Im Weiteren haben im Unterschied zu früher alle diese Märkte Zugang zu Flüssigerdgas (LNG). Dies eröffnet zusätzliche Möglichkeiten der Gasbeschaffung, auch wenn das teurer ist. Mit LNG hat sich der Gasmarkt zu einem internationalen Markt entwickelt und ist nicht mehr nur regional an Pipeline gebunden. Auf Seiten der EU und der USA ist als Boykottmassnahme die Abschottung des europäischen Gasmarktes gegen Russland als Option denkbar. Deutschland hat aktuell die Zertifizierung von Nord Stream 2 ausgesetzt. Umgekehrt ist es auch ein mögliches Szenario, dass Russland die Gaslieferungen einstellt. Die Versorgungssicherheit mit Gas erscheint jedoch für die gegenwärtige Heizperiode, die dem Ende entgegen geht, weitgehend gesichert. Auch dürfte für die Industrie bis im Herbst genügend Gas vorhanden sein, auch wenn sich die Preise auf einem ausserordentlichen Niveau befinden. Die Situation muss jedoch laufend beobachtet werden, insbesondere aufgrund der weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

Die Gaswirtschaft ist daran, sich auf solche Szenarien vorzubereiten. Bereits nach der russisch-ukrainischen Gaskrise von 2009 verstärkte die EU ihr Krisenmanagement und verpflichtete ihre Mitgliedsstaaten, Präventions- und Notfallpläne zu erstellen. Die Schweiz lehnt sich an die Vorgaben der EU an, und es wurden ebenfalls entsprechende Pläne erarbeitet, um die Versorgungssicherheit in Krisen zu verbessern. Die Schweiz verfügt über keine grossen Gasspeicher, sondern beschafft sich das Erdgas in den umliegenden Ländern. Die Schweizer Gaswirtschaft ist am französischen Gasspeicher bei Etrez in der Nähe von Lyon beteiligt. Es besteht ein Staatvertrag zwischen der Schweiz und Frankreich, in dem sich beide Länder verpflichten, die schweizerischen und französischen Endkunden bei Gasengpässen nichtdiskriminierend zu behandeln und den schweizerischen Gasunternehmen Erdgasreserven in den unterirdischen Gasspeichern in Frankreich zu garantieren.

Für die Versorgungssicherheit in der Schweiz spielen die Zweistoffanlagen (Gas und Öl-Betrieb möglich) eine wichtig Rolle, auch wenn Zweistoffkunden unter der jetzigen Ausgangslage nur sehr begrenzt zu einer Entspannung beitragen können. Für Zweistoffanlagen werden in der Schweiz Erdgasersatzpflichtlager in Form von Heizöl im Umfang von rund vier Monaten des Erdgasverbrauchs dieser Anlagen gehalten.


EU trifft Massnahmen, um Russland-Abhängigkeit zu reduzieren
Die EU-Kommission hat einen Plan vorgestellt, wie Europa vor 2030 generell unabhängig werden kann von russischer Energie. Um die Nachfrage nach russischem Erdgas bis Ende Jahr um zwei Drittel zu senken, sieht Brüssel vor, dass der Import aus anderen Quellen erhöht werden soll. Dabei geht es einerseits um LNG aus diversen Weltregionen sowie um durch Pipelines geliefertes Erdgas von Ländern wie Norwegen, Aserbaidschan oder Nordafrika.
Andererseits geht man davon aus, einen Teil durch den Einsatz von Biogas und mit Wasserstoff zu ersetzen. Die Kommission schlägt weiter vor, dass die Mitgliedstaaten künftig ihre Speicher jährlich bis Ende September auf mindestens 90 Prozent der Kapazitäten auffüllen.

Massnahmen für den Fall einer Mangellage
Das schweizerische System der wirtschaftlichen Landesversorgung (WL) beruht auf einer Kooperation zwischen Wirtschaft und Staat. Erst wenn die Wirtschaft die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern nicht mehr selbst wahrnehmen kann, greift der Bund lenkend ein. Für den Fall einer Mangellage sind Bewirtschaftungsmassnahmen vorgesehen. Diese beinhalten die Umschaltung von Verbrauchern mit Zweistoff-Anlagen, Sparappelle und die Kontingentierung von Erdgas-Grossverbrauchern mit Einstoff-Anlagen. Solche Massnahmen werden in den nächsten Monaten von der wirtschaftlichen Landesversorgung in Konzepten vorbereitet, anschliessend von der Wirtschaft in Durchführungsdokumenten konkretisiert und im Bedarfsfall vom Bundesrat angeordnet.

22.03.2022


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